Home 2018-05-12T13:55:37+00:00

Der Geist der »East Side Gallery« passt nicht zum gesetzlichen Auftrag der »Stiftung Berliner Mauer«

Der Geist der »East Side Gallery« und der gesetzliche Auftrag der »Stiftung Berliner Mauer« passen nicht zusammen!

Am 27. März 2018 hat der Berliner Senat beschlossen, neben dem Denkmal auch das Eigentum des hinter der »East Side Gallery« gelegenen »Freiraums« an die Stiftung Berliner Mauer zu übertragen. Gerade letzteres ist ein No-Go.

In den Monaten bis zu den ersten freien DDR-Volkskammerwahlen am 18. März 1990 begannen die Menschen in der ausgeheneden DDR an »Runden Tischen« Demokratie in ihrer Urform zu leben. Herrschaft ging nicht bloß vom Volk aus, wie es unsere geltende Rechtsordnung bestimmt, sondern das Volk herrschte in Form von »Runden Tischen« selbst. Und genau hieran müssen wir uns erinnern (können), wenn wir unsere Zukunft selbstbestimmt und emanzipiert in die eigenen Hände nehmen wollen.

Der gesetzliche Auftrag der Stiftung Berliner Mauer besteht im Kern darin, die Schrecken der Berliner Mauer sowie der Teilung zu dokumentieren und zu vermitteln. Darüber hinaus soll ein würdiges Gedenken der Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft ermöglicht werden. Die »East Side Gallery« und insbesondere der hinter ihr gelegene »Freiraum« stehen jedoch für etwas ganz anderes. Durch das Wirken und das Werk der über 100 Künstlerinnen und Künstler im Jahr 1990 wurde der einstige Ort des Schreckens in etwas Positives »transformiert«.

Der Geist der »East Side Gallery« ist vom Ruf des Jahres 1989 nach Frieden, Freiheit und Demokratie geprägt. 1989 träumten die Menschen von mehr als von bloßer »Wiedervereinigung«, wie es der gesetzliche Auftrag der Stiftung Berliner Mauer glauben machen wird.

Die »East Side Gallery« gehört den Menschen!

Man in a T-Shirt, Tiananmen Square (1989)

1989 haben die Menschen friedlich und aus eigener Kraft eine der größten Gefahren für das Überleben der Menschheit — den Kalten Krieg — beendet. Die Menschen wollten ihr Schicksal selbst bestimmen. Weltweit und insbesondere in Osteuropa sowie in China riefen sie nach Frieden, Freiheit und Demokratie. Leider waren sie nur in Teilen erfolgreich. Meist brachte sie der Kommerz um die Früchte ihres Muts.

Die Ereignisse, Träume, Hoffnungen und Stimmungen jener Tage haben die Künstlerinnen und Künstler der East Side Gallery 1990 für uns eingefangen, damit auch wir morgen noch an die Träume und Hoffnungen von einst anküpfen können …

Daher gehört die East Side Gallery den Menschen!

Lasst uns die »East Side Gallery« wachküssen:

Die »East Side Gallery«
im »Geist der Nacht des Mauerfalls« mit »Freude« erfüllen …

Stell Dir vor, entlang der »East Side Gallery« gestalten wir gemeinsam ein Areal des Dialogs wie der Kunst, das die Menschen weltweit dazu einlädt, »im Geist des Jahres 1989« über Werte wie Freiheit, Frieden und Demokratie nachzudenken und zu diskutieren.

Ein Areal der »Freude«, in dem wir die drängenden Fragen unserer Zeit sowie unsere Träume und Hoffnungen von einer besseren Welt thematisieren. Einen Ort der Harmonie, der Brücken bauen und alle Arten von Mauern — insbesondere die in unseren Köpfen — überwinden hilft.

Einen Ort der »Freude«, an dem wir Menschen einfach Schwestern und Brüder sind.

Denkanstoß für ein lebendiges Denkmal an die Freude — East Side Gallery

Blog

Abonniere unseren Newsletter

Hey, mach mit!

Viele kleine Leute, die in vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.

— Afrikanisches Sprichwort —

Mach mit!

(East Side Gallery, Bild ohne Titel, Kani Alavi u. Muriel Raoux, 1990 / 2009)

Facebook
Twitter