Unser Betrag zur Demo »Gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn« am 14. April 2018

Auch die East Side Gallery ist von Verdrängung bedroht!

In Berlin werden Menschen zunehmend durch maßlose Spekulation und prekäre Löhne verdrängt. Mietwohnungen werden in Eigentum umgewandelt – Nachbarschaften zerstört. Freiräume für die Kunst sowie das schlichte Sein verschwinden. Orte des kollektiven Gedächtnisses wie die „East Side Gallery“ werden der Allgemeinheit entzogen. Diese Entwicklung halten wir für gefährlich. Sie gefährdet den sozialen Frieden. Wo Menschen, soziale Einrichtungen und Gewerbetreibende keine bezahlbaren (Wohn-) Räume mehr finden, wachsen Obdachlosigkeit, Rassismus und Diskriminierung.

»Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten!«

Gerade in den Monaten bis zu den ersten freien DDR-Volkskammerwahlen am 18. März 1990 begannen die Menschen in der ausgeheneden DDR an »Runden Tischen« Demokratie in ihrer Urform zu leben. Herrschaft ging nicht bloß vom Volk aus, wie es unsere geltende Rechtsordnung bestimmt, sondern das Volk herrschte in Form von »Runden Tischen« selbst. Und genau hieran müssen wir uns erinnern (können), wenn wir unsere Zukunft selbstbestimmt und emanzipiert in die eigenen Hände nehmen wollen.

Aus diesem Grund haben wir die Demonstration »Gemeinsam gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn« am 14. April 2018 sowie die begleitenden Aktionstage (04. – 14.04.2018)  gemeinsam mit der »Fahrenden Gerüchteküche ZK (Zappelkommitee)« sowie dem Verein »Kulturbanausen« (Wagenburg Lohmühleninsel) unterstützt.

Am 27. März 2018 hat der Berliner Senat beschlossen, neben dem Denkmal auch das Eigentum des hinter der »East Side Gallery« gelegenen »Freiraums« an die Stiftung Berliner Mauer zu übertragen. Gerade letzteres ist ein No-Go. Der gesetzliche Auftrag der Stiftung Berliner Mauer besteht im Kern darin, die Schrecken der Berliner Mauer sowie der Teilung zu dokumentieren und zu vermitteln. Darüber hinaus soll ein würdiges Gedenken der Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft ermöglicht werden. Die »East Side Gallery« und insbesondere der hinter ihr gelegene »Freiraum« stehen jedoch für etwas ganz anderes. Durch das Wirken und das Werk der über 100 Künstlerinnen und Künstler im Jahr 1990 wurde der einstige Ort des Schreckens in etwas Positives »transformiert«.

Der Geist der »East Side Gallery« ist vom Ruf des Jahres 1989 nach Frieden, Freiheit und Demokratie geprägt. 1989 träumten die Menschen von mehr als von bloßer »Wiedervereinigung«, wie es der gesetzliche Auftrag der Stiftung Berliner Mauer glauben machen wird. Nachdem sie lange unter Diktaturen gelitten hatten, ging es den Menschen unter anderem um einen Traum von Demokratie in ihrer reinsten Form. »Demokratie« ist Altgriechisch (δημοκρατία) und es bedeutet »Herrschaft des Staatsvolkes« — von dēmos (δῆμος) „Staatsvolk“ und kratós (κρατός) „Gewalt“, „Macht“, „Herrschaft“. .

Aktionstage »Berlin, Save your Dreams!«, 04. – 14. April 2018

Die Demo »Gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn« am 14. April 2018

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