Pressemitteilung zur Zukunft der East Side Gallery | Berlin 20. November 2018 —

Kritik am  geplanten Bildungsangebot der Stiftung Berliner Mauer

Die Stiftung Berliner Mauer muss sich wandeln!

Schaut endlich auf die Bilder!

»Ein Bildungskonzept für die East Side Gallery muss sich an der Botschaft ihrer Bilder orientieren!«, fordert die Initiative »East Side Gallery — A Living Monument to Joy«. Die 118 internationalen Künstlerinnen und Künstler hätten in den Jahren 1989/90 an der East Side Gallery die Träume, die Hoffnungen wie auch die Ängste der Menschen eingefangen und so einen ehemaligen Ort des Schreckens in etwas Positives transformiert.

»Es gelte, an der East Side Gallerie den Ruf des Epochejahres 1989 nach Frieden, Freiheit und Demokratie mit Hilfe eines zukunftsweisenden Bildungsangebotes im Hier und Jetzt zu reflektieren!«, so die Initiative weiter. Doch mit einem Bildungskonzept, das dem Geist der East Side Gallery gerecht werde, sei die Stiftung Berliner Mauer offensichtlich überfordert.

Nach einer ersten Bestandsaufnahme der Initiative behandeln jeweils etwa 39% der Bilder an der East Side Gallery die beiden Themenkreise ‚Fall von Mauern‘ und ‚Freiheit‘. Etwa 37% der Bilder haben das Thema ‚Frieden‘ im weiteren Sinn zum Gegenstand. Zudem transportieren etwa 36% der Bilder ‚positive Grundstimmungen‘ wie Hoffnung, Freude, Liebe sowie Glück und etwa 24% ‚Ängste‘ wie die Angst vor Kapitalismus und Neoliberalismus, Angst vor Krieg, Angst vor Umweltverschmutzung sowie allgemeine Zukunftsangst.

Nur etwa 12% der Bilder stellen sich wider das Vergessen.

Aber genau hier sehe die Stiftung Berliner Mauer einen der beiden Schwerpunkte ihrer Arbeit. Den weit überwiegenden Teil der Themenkreise blende sie hingegen in ihrem Bildungskonzept schlicht aus oder verkläre diese unter dem Sammelbegriff der „künstlerischen Aneignung“ bis zur Unkenntlichkeit.

Gemäß ihrem politischen Auftrag verstehe die Stiftung Berliner Mauer die East Side Gallery als »künstlerisches Zeugnis sowie Symbol der Freude über die Überwindung der deutschen Teilung und des unmenschlichen DDR-Grenzregimes«. Ein derartiges Verständnis werde jedoch dem internationalen Geist der East Side Gallery bei weitem nicht gerecht. Hätten doch 1989 auch die Menschen weltweit von wesentlich mehr geträumt als bloßer »deutscher Einheit« oder dem Untergang des »DDR-Grenzregimes«.

Die East Side Gallery benötigt ein Bildungskonzept — kein Bildungskorsett!

Facebook
Twitter