Pressemitteilung | Berlin 9. Mai 2018 — 1989 ging es um mehr als bloße »Wiedervereinigung«

East Side Gallery und Stiftung Berliner Mauer passen nicht zusammen!

Berlin. Die vom Berliner Senat angestrebte Übertragung der East Side Gallery an die Stiftung Berliner Mauer stößt auf heftige Kritik. Für Christine MacLean, die Managerin der East Side Gallery im Jahr 1990, und die von ihr mitbegründete Initiative »East Side Gallery — A Living Monument to Joy« ist insbesondere die Übertragung des hinter der weltberühmten Open Air Galerie gelegenen Freiraums ein absolutes No-Go. Das Wesen der East Side Gallery sei mit gesetzlichen Auftrag der Stiftung unvereinbar. Für die Menschen müsse insbesondere erfahrbar werden, dass es 1989 um mehr als bloße »Wiedervereinigung« ging.

„1989 ging die Herrschaft nicht bloß vom Volk aus, wie es unsere geltende Rechtsordnung bestimmt, sondern das Volk herrschte in Form von »Runden Tischen« selbst. Und genau hieran müssen wir uns erinnern können, wenn wir unsere Zukunft selbstbestimmt und emanzipiert in die eigenen Hände nehmen wollen“, betont Joerg Bereths, ein Sprecher der Initiative »East Side Gallery — A Living Monument to Joy«.

Der gesetzliche Auftrag der Stiftung Berliner Mauer besteht im Kern darin, die Schrecken der Berliner Mauer sowie der Teilung zu dokumentieren und zu vermitteln. Darüber hinaus soll ein würdiges Gedenken der Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft ermöglicht werden. „Die »East Side Gallery« und insbesondere der hinter ihr gelegene »Freiraum« stehen jedoch für etwas ganz anderes“, fährt der 52-jährige Online-Redakteur fort. „Durch das Wirken und das Werk der über 100 Künstlerinnen und Künstler im Jahr 1990 wurde der einstige Ort des Schreckens in etwas Positives »transformiert«. Der Geist der »East Side Gallery« ist vom Ruf des Jahres 1989 nach Frieden, Freiheit und Demokratie geprägt.“

Aus diesem Grund warb die Initiative bereits auf dem Hearing des Bezirks Friedrichshain Kreuzberg im Oktober 2017 für die Idee eines ständigen »Runden Tisches«. Insbesondere der Bezirk, interessierte Künstlerinnen und Künstler sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger sollten zumindest weiterhin auf die Entwicklung des hinter der East Side Gallery gelegenen Freiraums Einfluss nehmen können. Zuletzt hatte sich die Initiative im Januar 2018 beim Rat der Bürgermeister*innen für die Idee eines »Lebendigen Denkmals an die Freude — East Side Gallery« geworben. Zumindest der Gedanke der „Freude über die friedliche Überwindung der Mauer“ scheint dabei bei der Stiftung Berliner Mauer auf offene Ohren gestoßen zu sein.

2018-05-12T13:20:37+00:00
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