Pressemitteilung | Berlin 7. November 2018 —

Die Stiftung Berliner Mauer muss sich wandeln!

Auch wenn der Berliner Senat die »East Side Gallery« Anfang November in das Eigentum der Stiftung Berliner Mauer überführt hat: Die »Freude« in der Nacht des Mauerfalls lehrt uns, derzeit kann die Stiftung Berliner Mauer dem freiheitlichen Geist der »East Side Gallery« nicht gerecht werden. Daher muss sich die Stiftung Berliner Mauer wandeln!

Der gesetzliche Auftrag der Stiftung besteht nach dem Mauerstiftungsgesetz aus dem Jahr 2008 darin, die Schrecken der Berliner Mauer sowie der Teilung zu dokumentieren und zu vermitteln. Darüber hinaus soll die Stiftung Berliner Mauer den Opfern der kommunistischen Gewaltherrschaft ein würdiges Gedenken ermöglichen.

Der Geist der »East Side Gallery« steht jedoch für etwas ganz anderes: Das Wirken und das Werk der über 100 Künstlerinnen und Künstler im Jahr 1990 haben den einstigen Ort des Schreckens in etwas Positives »transformiert«. Der Geist der »East Side Gallery« ist vom Ruf des Jahres 1989 nach Frieden, Freiheit und Demokratie geprägt. 1989 haben die Menschen von mehr als von bloßer »Wiedervereinigung« geträumt, wie es der gesetzliche Auftrag der Stiftung Berliner Mauer glauben machen wird.

Daher fordern wir,

  1. die aus dem Jahr 1990 stammende Beschreibung der »East Side Gallery« als Denkmal, wie sie in der Berliner Denkmalliste unter der Nummer 09040271 eingetragen ist, nach dem heutigen Stand der wissenschaftlichen Forschung neu zu fassen
  2. und zumindest das aus dem Jahr 2008 stammende Mauerstiftungsgesetz — die Arbeitsgrundlage der Stiftung Berliner Mauer — an den Geist der »East Side Gallery« anzupassen. Noch besser ließe sich der Geist der »East Side Gallery« bewahren, wenn die Sachgesamtheit »East Side Gallery« in einer eigenen Stiftung oder in einer unselbständigen Stiftung zusammengeführt würde, die ihrerseits durchaus Teil der Stiftung Berliner Mauer sein könnte.
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