Antwort von Kultursenator Klaus Lederer

 vom 9.2.2018 (E-Mail) auf unser Schreiben an den Rat der Bürgermeister vom 28.1.2018:

Sehr geehrte Frau MacLean, sehr geehrte Herren,

für Ihre E-Mail vom 28. Januar danke ich Ihnen.

Die von Ihnen in Frage gestellte Übereignung der East Side Gallery (ESG) an die Stiftung Berliner Mauer (SBM) ist eines meiner erklärten Regierungsvorhaben, d.h. genau gesagt die Übertragung der zum Landeseigentum gehörenden Grundstücke „Park an der Spree“ und „East-Side-Park“ mit den darauf befindlichen Elementen der ehemaligen Berliner Mauer.

Für den Erhalt und die Pflege der ESG sind folgende Punkte maßgeblich:

  • Die ESG ist ein eingetragenes Denkmal. Als Arbeitsgrundlage und Leitfaden für künftige Maßnahmen an der ESG dient der vom Landesdenkmalamt Berlin beauftragte und bereits seit April 2014 vorliegende Denkmalpflege- und Denkmalentwicklungsplan.
  • Die Denkmaleigenschaften der ESG als Teil der Sachgesamtheit „Berliner Mauer“ sind klar definiert, dies sowohl in der einschlägigen Denkmalbegründung als auch in dem vom Senat bereits in 2006 beschlossenen „Gesamtkonzept der Dokumentation der Berliner Mauer“. Die Definition der Haupt-Denkmaleigenschaften, die die historische und kulturelle Bedeutung der ESG ausmachen, ihren Charakter definieren und zuvörderst den Umgang mit diesem Denkmal vorgeben, beinhaltet sowohl die Denkmalschicht der Zeit der Teilung als auch die Denkmalschicht der Geschichte der künstlerischen Aneignung durch die Künstlerinitiative in 1990/1991.

Sie schreiben in Ihrer E-Mail, der gesetzliche Auftrag der SBM stehe dem Geist der ESG diametral entgegen und Sie stellen anschließend vier Thesen auf, die dies wohl begründen sollen.
Hier kann ich Ihnen auf keinen Fall zustimmen. Als Senator für Kultur und Europa bin ich u.a. auch der amtierende Stiftungsratsvorsitzende der SBM und schon deshalb mit dieser Stiftung bestens vertraut. Für mich steht außer Zweifel, dass die Stiftung Berliner Mauer sehr geeignet ist, die Herausarbeitung und Stärkung der beiden zuvor genannten ESG-Hauptdenkmaleigenschaften zu leisten. Dies wird einhergehen mit einem pädagogischen Konzept zur Denkmalvermittlung und Vermittlung der Geschichte des Ortes.
Daneben werden aber voraussichtlich auch vereinzelte Veranstaltungen oder künstlerische Interventionen, die sich dem Charakter des Denkmals unterordnen, genehmigungsfähig sein.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Klaus Lederer

Senator für Kultur und Europa
Brunnenstraße 188-190, 10119 Berlin
Tel. +49 (0)30 90 228-200
Fax +49(0)30 90 228-459

Facebook
Twitter